FYRST Gründerkonto für Berufsbetreuer – lohnt sich das Geschäftskonto zum Start?

Wer sich als rechtlicher Betreuer selbstständig macht, muss sich früher oder später auch mit dem eigenen Geschäftskonto beschäftigen. Zwar gibt es unterschiedliche Kontomodelle für Selbstständige, doch gerade in der Gründungsphase spielen niedrige laufende Kosten und eine übersichtliche Organisation eine wichtige Rolle.

Das FYRST Gründerkonto ist dabei besonders interessant: Gründer erhalten das auf FYRST COMPLETE basierende Geschäftskonto derzeit in den ersten zwölf Monaten ohne monatlichen Grundpreis. Danach kostet die Kontoführung nach aktuellem Stand 10 Euro monatlich.

Aber lohnt sich das Angebot auch speziell für angehende und neu gestartete Berufsbetreuer? Genau das schauen wir uns hier an.

Was ist das FYRST Gründerkonto?

FYRST ist ein Angebot der Deutschen Bank AG und richtet sich insbesondere an Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen. Das Gründerkonto basiert auf dem Kontomodell FYRST COMPLETE.

Das Besondere für Gründer: In den ersten zwölf Monaten entfällt der monatliche Grundpreis für die Kontoführung. Voraussetzung ist nach Angaben von FYRST, dass der Kontoabschluss spätestens innerhalb von 365 Tagen nach der Unternehmensgründung erfolgt.

Was kostet das FYRST Gründerkonto?

Im ersten Jahr beträgt der monatliche Grundpreis derzeit 0 Euro. Ab dem zweiten Jahr werden für FYRST COMPLETE aktuell 10 Euro pro Monat berechnet.

Damit sollte man nicht nur auf das kostenlose erste Jahr schauen, sondern sich bereits bei der Kontoeröffnung fragen, ob einem die Leistungen auch später 120 Euro pro Jahr wert sind.

Für Berufsbetreuer kann dabei besonders entscheidend sein, wie viele Buchungen monatlich über das Geschäftskonto laufen.

75 kostenlose Buchungsposten pro Monat

Im FYRST-COMPLETE-Modell sind aktuell 75 beleglose Buchungsposten pro Monat enthalten. Für jede weitere entsprechende Buchung werden derzeit 0,08 Euro berechnet.

Für ein neu gegründetes Betreuungsbüro können 75 Freiposten zunächst durchaus ausreichend sein. Mit steigender Fallzahl und zunehmenden geschäftlichen Zahlungsvorgängen sollte man jedoch beobachten, wie viele Buchungen tatsächlich jeden Monat entstehen.

Wichtig: Gemeint sind dabei die geschäftlichen Zahlungsvorgänge des eigenen Unternehmens – nicht die Kontobewegungen auf den Konten der betreuten Personen.

Ein zusätzliches Unterkonto ist inklusive

Ein aus meiner Sicht besonders interessanter Punkt für Selbstständige ist das bei FYRST COMPLETE enthaltene FYRST-BASE-Unterkonto mit eigener IBAN.

Gerade für Berufsbetreuer kann ein separates Unterkonto praktisch sein, um die eigenen Unternehmensfinanzen übersichtlicher zu organisieren.

Zum Beispiel für Steuerrücklagen

Wer selbstständig arbeitet, bekommt sein Einkommen zunächst ohne den automatischen Lohnsteuerabzug eines klassischen Angestelltenverhältnisses.

Eine mögliche Strategie ist deshalb, einen festgelegten Anteil der Einnahmen regelmäßig auf ein separates Konto zu übertragen und dort für Einkommensteuer oder andere betriebliche Rücklagen liegen zu lassen.

So ist das Geld optisch vom frei verfügbaren Guthaben getrennt.

Debit Mastercard inklusive

Zum Geschäftskonto gehört aktuell eine kostenlose FYRST Debit Mastercard. Außerdem unterstützt FYRST unter anderem Apple Pay und Google Pay.

Damit lassen sich beispielsweise betriebliche Ausgaben direkt über das Geschäftskonto bezahlen. Das kann die spätere Zuordnung von Betriebsausgaben deutlich übersichtlicher machen.

Interessant für Gründer: sevdesk im ersten Jahr

Beim Gründerangebot ist nach aktuellen Angaben von FYRST auch die Buchhaltungssoftware sevdesk für die ersten zwölf Monate kostenfrei enthalten. Danach entstehen je nach gewähltem Modell eigene Kosten.

Wer ohnehin eine digitale Buchhaltung nutzen möchte, sollte diesen Bestandteil des Pakets bei einem Preisvergleich berücksichtigen.

Allerdings sollte die Wahl einer Buchhaltungssoftware nicht allein davon abhängen, dass sie im ersten Jahr kostenlos angeboten wird. Entscheidend ist, ob die Software langfristig zu den eigenen Abläufen und gegebenenfalls zur Zusammenarbeit mit der Steuerberatung passt.

DATEV-Anbindung: interessant für die Zusammenarbeit mit der Steuerberatung

Zum FYRST-Gründerangebot wird außerdem eine Schnittstelle für die Zusammenarbeit mit der Steuerberatung angeboten. FYRST nennt hier unter anderem DATEV beziehungsweise eine entsprechende SRZ-Schnittstelle.

Bei Zusatzleistungen empfiehlt es sich, die jeweils aktuellen Konditionen unmittelbar vor Abschluss noch einmal zu prüfen. FYRST weist auf seinen eigenen Seiten derzeit teilweise unterschiedliche Darstellungen zu den späteren Kosten einzelner Schnittstellen aus.

Warum ein eigenes Geschäftskonto für Berufsbetreuer sinnvoll sein kann

Gerade am Anfang erscheint es vielleicht unnötig, neben dem privaten Girokonto noch ein weiteres Konto zu führen.

Eine konsequente Trennung macht die eigene Buchhaltung jedoch wesentlich übersichtlicher. Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit, Versicherungen, Software, Büromaterial, Fahrtkosten oder andere betriebliche Ausgaben landen dann nicht zwischen privaten Einkäufen, Miete oder Freizeitkosten.

Spätestens bei der Steuererklärung oder bei der Zusammenarbeit mit einer Steuerberatung kann diese Trennung viel Arbeit ersparen.

Die Vorteile des FYRST Gründerkontos auf einen Blick

Für angehende Berufsbetreuer finde ich derzeit insbesondere diese Punkte interessant:

  • im ersten Jahr 0 Euro monatlicher Grundpreis
  • danach aktuell 10 Euro pro Monat
  • 75 beleglose Freiposten monatlich
  • weitere beleglose Buchungen aktuell 0,08 Euro
  • zusätzliche Debit Mastercard inklusive
  • FYRST BASE als Unterkonto inklusive
  • eigene IBAN für das Unterkonto
  • sevdesk im ersten Jahr inklusive
  • digitales Banking
  • Angebot speziell auch für Selbstständige und Freiberufler

Welche Nachteile sollte man kennen?

Auch ein attraktives Gründerangebot hat Punkte, die man vor der Entscheidung berücksichtigen sollte.

Nach zwölf Monaten kostet das Konto Geld

Die kostenlose Kontoführung gilt nicht dauerhaft. Nach dem ersten Jahr kostet FYRST COMPLETE derzeit 10 Euro pro Monat.

Nicht jede Zusatzleistung bleibt kostenlos

Insbesondere bei Buchhaltungssoftware und zusätzlichen Schnittstellen sollte man darauf achten, welche Kosten nach Ablauf des ersten Jahres entstehen.

Für wen könnte sich das FYRST Gründerkonto lohnen?

Interessant finde ich das Konto insbesondere für Berufsbetreuer, die sich gerade selbstständig machen und von Anfang an private und geschäftliche Finanzen sauber voneinander trennen möchten.

Das erste kostenlose Jahr reduziert die laufenden Kosten während der Gründungsphase. Gleichzeitig bietet das enthaltene Unterkonto eine einfache Möglichkeit, beispielsweise Rücklagen separat zu verwalten.

Wer dagegen dauerhaft möglichst gar keine Kontoführungsgebühr bezahlen möchte, sollte auch andere Geschäftskonten vergleichen. FYRST selbst bietet beispielsweise mit FYRST BASE für natürliche Personen beziehungsweise Einzelunternehmer derzeit ebenfalls ein Modell ohne monatlichen Grundpreis an, allerdings mit einem anderen Leistungsumfang.

Mein Fazit zum FYRST Gründerkonto für Berufsbetreuer

Für Berufsbetreuer in der Gründungsphase ist das FYRST Gründerkonto aus meiner Sicht ein interessantes Angebot, das man in einen Geschäftskonto-Vergleich einbeziehen sollte.

Besonders überzeugend finde ich die Kombination aus 0 Euro Kontoführung im ersten Jahr, 75 monatlichen Freiposten und dem zusätzlichen Unterkonto.

Die 10 Euro monatlich ab dem zweiten Jahr sollte man allerdings von Anfang an mit einkalkulieren. Ob sich das Konto langfristig lohnt, hängt letztlich davon ab, wie intensiv man es nutzt und welchen Wert man dem zusätzlichen Unterkonto und den weiteren Funktionen beimisst.

Wer sich gerade als Berufsbetreuer selbstständig macht, kann sich die aktuellen Konditionen des FYRST Gründerkontos direkt beim Anbieter ansehen.


Häufige Fragen zum FYRST Gründerkonto

Wie lange ist das FYRST Gründerkonto kostenlos?

Der monatliche Grundpreis entfällt aktuell für die ersten zwölf Monate. Anschließend kostet das zugrunde liegende FYRST-COMPLETE-Konto derzeit 10 Euro monatlich.

Wer kann das FYRST Gründerkonto eröffnen?

Nach Angaben von FYRST muss der Abschluss innerhalb eines Jahres nach der Unternehmensgründung erfolgen. Die Gründung darf bei der Kontoeröffnung also nicht länger als 365 Tage zurückliegen.

Gibt es beim FYRST Gründerkonto ein Unterkonto?

Ja. Bei FYRST COMPLETE ist derzeit ein zusätzliches FYRST-BASE-Konto mit eigener IBAN enthalten.

Ist FYRST nur für Gewerbetreibende geeignet?

Nein. FYRST richtet seine Geschäftskonten ausdrücklich auch an Selbstständige und Freiberufler.