Wer beruflich als rechtlicher Betreuer tätig ist, übernimmt Verantwortung – und nicht nur organisatorisch. Entscheidungen rund um Vermögen, Verträge, Behördenangelegenheiten oder Zahlungen können im schlimmsten Fall auch finanzielle Folgen haben. Deshalb gehört eine passende Absicherung von Anfang an zur beruflichen Grundlage.
Die Berufshaftpflicht ist Pflicht
Für berufliche Betreuer ist eine Berufshaftpflichtversicherung nicht nur sinnvoll, sondern gesetzlich vorgeschrieben.
Nach § 23 Abs. 1 Nr. 3 BtOG ist sie eine Voraussetzung für die Registrierung als beruflicher Betreuer. Vorgeschrieben ist eine Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro je Versicherungsfall und 1 Million Euro für alle Versicherungsfälle eines Versicherungsjahres.
Gerade Vermögensschäden können in der rechtlichen Betreuung schnell relevant werden – etwa wenn eine Frist versäumt, eine Zahlung falsch veranlasst oder ein finanzieller Nachteil verursacht wird.
Reicht die gesetzliche Mindestdeckung aus?
Die gesetzlich vorgeschriebene Versicherungssumme ist zunächst nur die Mindestanforderung. Je nach Anzahl der geführten Betreuungen, Umfang der Vermögenssorge und persönlichem Risikoprofil kann eine höhere Versicherungssumme sinnvoll sein.
Bei der Auswahl sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Preis geschaut werden. Wichtiger ist, welche Tätigkeiten tatsächlich versichert sind und welche Ausschlüsse im Vertrag bestehen.
Betriebshaftpflicht: sinnvoll, aber etwas anderes
Die Berufshaftpflicht für Berufsbetreuer konzentriert sich insbesondere auf Vermögensschäden.
Eine Betriebshaftpflicht kann zusätzlich sinnvoll sein, wenn im beruflichen Alltag Personen- oder Sachschäden entstehen könnten.
Ein einfaches Beispiel: Bei einem Termin wird versehentlich fremdes Eigentum beschädigt oder eine andere Person kommt durch eine betriebliche Situation zu Schaden.
Ob dieser zusätzliche Schutz notwendig ist, hängt davon ab, wie die eigene Tätigkeit organisiert ist.
Weitere Versicherungen prüfen
Neben der vorgeschriebenen Berufshaftpflicht können je nach persönlicher Situation weitere Versicherungen interessant sein. Dazu können beispielsweise eine Rechtsschutzversicherung, Cyberversicherung oder Absicherungen für das eigene Büro gehören.
Nicht jede Versicherung ist automatisch notwendig. Sinnvoll ist vielmehr, die eigenen Risiken einmal systematisch durchzugehen und dann gezielt zu entscheiden.
Fazit
Die wichtigste Versicherung für berufliche Betreuer ist eindeutig die Berufshaftpflichtversicherung – schon deshalb, weil sie Voraussetzung für die Registrierung ist.
Darüber hinaus sollte der Versicherungsschutz zur tatsächlichen Tätigkeit passen. Wer viele Betreuungen führt, mit größeren Vermögenswerten arbeitet oder ein eigenes Büro betreibt, hat möglicherweise einen anderen Absicherungsbedarf als jemand, der gerade erst in den Beruf startet.
Unser Tipp: Leistungen und Versicherungssummen vergleichen und nicht allein nach dem günstigsten Beitrag entscheiden.

